Die Kuh ist kein Klima-Killer

22.09.2011 (20:00 - 23:00)

Veranstaltungsort: Rathaussaal Rotenburg Wümme

Die Kuh ist kein Klima-Killer!

Donnerstag 22.09.11 um 20 Uhr Im Rathaussaal Rotenburg/Wümme

Die Tierärztin Dr. Anita Idel geht im Vortrag der Frage auf den Grund, welche Bedeutung Kühe für Klima, Bodenfruchtbarkeit und Welternährung haben. Ja, Kühe rülpsen Methan, das 25mal klimaschädlicher ist als CO2. Die Referentin belegt, dass sie dennoch unverzichtbar für die Welternährung sind, denn sie leisten einen großen Beitrag zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und zur Begrenzung des Klimawandels – vorausgesetzt, sie werden artgerecht gehalten. In nachhaltiger Weidehaltung haben Wiederkäuer das Potenzial, Kohlenstoff als Humus im Boden zu speichern.

Kühe, Schafe und Büffel können mit ihren Pansenmikroorganismen Weidefutter zu Milch und Fleisch umwandeln. Deshalb sind sie prädestiniert zur Nutzung derjenigen Böden, die nicht beackert aber durch Beweidung vor Erosion geschützt werden können. Statt dessen werden sie mit Kraftfutter aus Mais, Soja und Getreide zu Nahrungskonkurrenten der Menschen gemacht. Milch und Fleisch aus Intensivproduktion sind nur scheinbar billig. Die Rechnung kommt später. Denn Monokulturen verdrängen die biologische Vielfalt und vernichten die CO2-Speicher: das Grünland und den (Regen-) Wald. Die höchsten landwirtschaftlichen Emissionen gehen von synthetischem Stickstoffdünger aus; denn bei der Düngung der großen Monokulturen Mais, Getreide und Sojabohnen entsteht Lachgas – 295mal klimaschädlicher als CO2.

Je mehr Menschen auf der Erde leben, desto wichtiger wird die Bodenfruchtbarkeit zur Sicherung der Ernten bei gleichzeitiger Begrenzung klimawirksamer Emissionen. Aber das energieaufwändige agroindustrielle System heizt den Klimawandel an und erhöht dadurch die Risiken für die Welternährung dramatisch. So haben die Böden Nordamerikas in den vergangenen 100 Jahren mehr als ein Viertel ihrer Fruchtbarkeit verloren. In ihrem Vortrag rehabilitiert Frau Dr. Idel die Kuh, diskutiert Futtermittelimporte, Massentierhaltung und den steigenden Fleischkonsum und benennt die zukunftsträchtigen Potenziale nachhaltiger Weidewirtschaft. 

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