Planet Diversity

Liebe Freundinnen und Freunde der gentechnikfreien Vielfalt, herzlich laden wir ein zu den internationalen Veranstaltungen zum Schutz der Artenvielfalt ab Pfingstmontag in Bonn: Demonstration, Festival der Vielfalt und Kongress Planet Diversity. 


Vom 12. bis 30. Mai 2008 tagt in Bonn die 9. Artenschutz-Konferenz der Vereinten Nationen, bei der 5.000 Regierungsvertreter aus 190 Staaten zur Überwachung des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt zusammenkommen. Die UN- Konvention für Biologische Vielfalt (Convention of Biological Diversity, CBD) wurde 1992 auf dem Umweltgipfel in Rio beschlossen. Bis 2010 soll ein globales Netz an Schutzgebieten gebildet sein, das einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen. Diesmal steht bei den Verhandlungen der CBD die Kontrolle der „genetischen Ressourcen“ im Vordergrund. Chemie- und Gentechnikunternehmen wie Bayer, BASF, Pionier, Monsanto und Syngenta erheben Patentansprüche auf Saatgut, ganze Pflanzen und zunehmend auch auf das Erbgut von Nutztieren. Biologische Vielfalt ist für diese Konzerne ein lukrativer „Rohstoff“. Je knapper er ist, desto wertvoller wird es für sie, sich das „geistige Eigentum“ an Genen und Organismen zu sichern. Die traditionellen Hüter der Vielfalt in indigenen und bäuerlichen Gemeinden, vor allem in den Ländern des Südens hingegen, werden für ihren genetischen Schatz an alten Arten und Sorten mit symbolischen Trinkgeldern abgespeist, um deren Höhe seit Jahren gefeilscht wird. Von der Gentechnik droht weiterer Schaden für Ökosysteme und Gesundheit. Keine Versicherung der Welt ist heute bereit, die Risiken der Gentechnik zu versichern. Deshalb wollen die Industrienationen bei den Verhandlungen der CBD in Bonn eine längst versprochene, weltweit verbindliche Haftung für Gentechnikschäden verhindern. 

Wir wehren uns gegen die Verarmung und Privatisierung der Natur, gegen die Inszenierung von Hungersnöten aus Profitgier und gegen die Zerstörung der „Schatzkammer der Natur“ für heutige und künftige Generationen und setzen dem die Zeichen der Vielfalt entgegen mit folgenden Veranstaltungen: 

1. Internationale Demonstration 12. Mai, 10 Uhr, Rheinaue Bonn, Kleine Blumenwiese 

Vor dem Verhandlungsort des Internationalen Biosicherheitsabkommens wollen wir eintreten: o Für biologische Vielfalt . o Für den Erhalt der regionalen Vielfalt - Gegen globale Monokulturen und weltweites Bauernsterben o Für das Menschenrecht auf ausreichende, vielfältige und gesunde Ernährung – gegen Agrar-Sprit und internationale Rohstoff-Spekulation o Für Selbstbestimmung von Verbrauchern und Landwirten - Gegen gentechnische Experimente mit unserem Essen und unserer Umwelt o Für freien Austausch von Saatgut und Wissen - Gegen Bio-Piraterie und Patente auf Lebewesen RednerInnen bei der Kundgebung: José Bové (Frankreich), Vandana Shiva (Indien), Farida Akhter (Bangladesh), Percy Schmeiser (Kanada), Mamadou Coulibali (Mali), NN Via Campesina (Brasilien), Ibolya Tamás és Gédó (Ungarn), Maya Graf (Schweiz), Ulrich Kelber (MdB SPD), Dorothee Lindenkamp (Treckerfahrerin), Claudia Warning (VENRO), Hubert Weiger (BUND), F.-W. Graefe zu Baringdorf (AbL, MdeP Grüne)

2. Pfingst-Festival der Vielfalt 12. Mai, 14 bis 22 Uhr, Rheinaue Bonn, Kleine Blumenwiese 

Vielfältige Aktionen unter dem Motto: „Für biologische Vielfalt - regional, fair, gentechnikfrei!“ Tanz, Theater, Musik, Präsentationen aller Art, Themen-Pavillons, Ausstellungen, Infos; Neuigkeiten zur Situation in Asien, Lateinamerika, Afrika und zu Frauen in aller Welt. Musik/Theater mit Künstlern aus Afrika, Lateinamerika, Asien, Europa. Informative Einlagen zum Thema in Kabarett und Polittalks. Mit DJ Papa Joe. Festivalangebote für Kinder, spielerischer Zugang zur biologischen Vielfalt mit Clownerie und Streichelzoo. Internationale Gerichte und Getränke, ausgefallene Kartoffelsorten und –speisen Pflanzen, Saatgut, alte Nutztierrassen. Ärztinnen, Ärzte und GesundheitsberaterInnen von Ökologischer Ärztebund e.V., Sambucus e.V., Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e.V. und Anamed international e.V bieten im gemeinsamen Infozelt ab14 Uhr Sprechstunden zu Risiken der Agrogentechnik, zur Vollwerternährung und zur Heilpflanze Artemisia anna (ein Projekt zur Vorbeugung und Therapie von Malaria in Afrika) an. 

3. Internationaler Kongress „Planet Diversity“ 13.05. bis 15.05.08 im Gustav-Stresemann-Haus, Bonn 

Zu diesem Kongress reisen mehr als 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 70 Ländern der Welt an. Jede/r Interessierte ist herzlich eingeladen, von Dienstag bis Donnerstag an Workshops, Plenarsitzungen, und Kurzpräsentationen teilzunehmen, wo Initiativen, Organisationen, Ideen, Projekte, Geschichten und Konzepte aus aller Welt vorgestellt werden. Um Anmeldung wird gebeten.

Der Ökologische Ärztebund bietet im Rahmen des Kongresses am 13.05. von 11:30 bis 16:00 ein Seminar zu gesundheitlichen Risiken der Gentechnik an mit namhaften internationalen Referenten wie Prof. Arpad Pusztai (Ungarn), Dr. Werner Müller (Österreich), Michael Hansen (USA), Jeffrey Smith (USA), Moderation: Erika Feyerabend (Journalistin, BioSkop-Forum Essen).

Hintergrund zu „Planet Diversity“: Weltweit nimmt in rasantem Tempo die Biologische Vielfalt ab: 30 Prozent aller Arten, so schätzt die CBD, werden in diesem Jahrhundert aussterben. Laut Welternährungsorganisation sind in den letzten hundert Jahren 75 Prozent der zur menschlichen Ernährung genutzten Kultursorten verschwunden. Der drastische Verlust der Artenvielfalt und der Klimawandel sind die größten ökologischen Herausforderungen in der Geschichte der Menschheit. Durch die Vernichtung von Arten und Kultursorten werden der Mensch und die Natur, deren Teil er ist, auch um die Fähigkeit gebracht, sich neuen Umweltbedingungen wie dem Klimawandel anzupassen. Agroindustrielle Monokulturen und die Vernichtung der Wälder sind die wichtigsten Ursachen für den drastischen Artenverlust. Agrar-Sprit und die zunehmende Massenproduktion von Fleisch beschleunigen diese Entwicklung. Durch zunehmende Flächenkonkurrenz durch nachwachsende Rohstoffe werden Lebensmittel für die Armen unbezahlbar. Die Medien berichten in diesen Tagen von einer dramatischen Zuspitzung der Hungerproblematik mit Aufständen z.B. auf den Philippinen und Haiti. Die dauerhafte Sicherung der Artenvielfalt kann nicht vorrangig darin bestehen, Saatgut und Lebewesen einzufrieren, in Naturschutzgebiete abzuschieben und ihren genetischen Code zu digitalisieren, wie es zunehmend geschieht. Lebendige Vielfalt zum Nutzen für alle lässt sich nur erhalten und fördern, wenn die ihr zustehenden Lebensräume respektiert und geschützt werden. Die UNESCO forderte in dieser Woche in ihrem Weltagrarbericht einen Kurswechsel in der Landwirtschaft. Demnach fördern kleinbäuerliche traditionelle Strukturen Artenvielfalt und Erträge. Industriell ausgelegte Landwirtschaft hingegen führt zu Monokulturen, laugt mit Pestiziden und Kunstdüngern die Böden aus, belastet Wasser und Klima. Zusätzliche Risiken und Abhängigkeiten entstehen durch Gentechnik, viele kleinbäuerliche Betriebe in aller Welt wurden bereits Opfer dieser fatalen Entwicklung. Der Kongress „Planet Diversity“ bietet eine Plattform für die Vielfältigkeit der Lösungsmöglichkeiten, denn „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ (Albert Einstein) 

Demonstration, Festival der Vielfalt und Kongress Planet Diversity werden organisiert von: Zukunftsstiftung Landwirtschaft e.V. (ZSL), Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V. (VDW), Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V. (AbL), Evangelischer Entwicklungsdienst (eed), European NGO Network on Genetic Engeneering (GENET), Gen-ethisches Netzwerk e.V. (GeN), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), International Federation of Organic Agriculture Movements (IFOAM), Greenpeace, German NGO Forum on Environment and Development, IG gentechnikfreie Saatgutarbeit, Heinrich-Böll-Stiftung. Unterstützer entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Flyer. 

Bitte unterstützen Sie Demonstration, Festival der Vielfalt und Kongress aktiv und/oder durch Spenden. Kontakte: Demovorbereitung: demo@planet-diversity.org Festival-Beteiligung: festival@planet-diversity.org Tel: 0228 926 50 22 Teilnahme am Kongress: info@planet-diversity.org www.planet-diversity.org Kontakt für diesen Aufruf: V.i.S.d.P: Angela von Beesten, Tel. 04267-1770 Ökologischer Ärztebund e.V.: www.oekologischer-aerztebund.de Sambucus e.V.: www.sambucus.org Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e.V.: www.ggb-lahnstein.de Anamed international e.V: www.anamed.net

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